Mit dem Wohnmobil durch die Provence





21. Juli 2010: Greoux-les-Bains – Moustiers-Sainte-Marie – Castellane

Gegen 8:00 Uhr wurde Andreas von Lisas leisem Quengeln geweckt. Sie war noch müde, hatte aber wohl einen schlechten Traum gehabt. Andreas brachte sie zum Kuscheln zu Doreen in den Alkoven, zog sich an und schlenderte schon mal in Richtung der Waschräume, um die gestern Abend bestellten Croissants und Baguette abzuholen. Pünktlich um 8:15 Uhr fuhr der Campingplatz-Chef mit dem Auto vor und verteilte die frisch aus der Boulangerie geholten Backwaren. Inzwischen war auch der Rest der Familie aufgewacht und wir frühstückten in aller Ruhe. Dann verließen wir den Campingplatz und fuhren über Allemagne-en-Provence nach Moustiers-Sainte-Marie. Dieser malerische Ort schmiegt sich vor steil aufragenden Felsen an den Berghang. Oberhalb des Dorfes thront die Kapelle Notre-Dame-de-Beauvoir auf einem Felsen, zu der ein steiler, aber gut ausgebauter Weg hinauf führt. Zwischen den Felswänden hängt hoch über dem Dorf ein goldener Stern an einer langen Kette. Der Legende nach hat ihn ein aus dem Ort stammender Ritter als Dank für seine gesunde Rückkehr von den Kreuzzügen gestiftet. Seither ist dieser Stern das Wahrzeichen von Moustiers-Sainte-Marie.

     

Wir parkten unser Wohnmobil auf dem Stellplatz unterhalb des Ortes, der tagsüber kostenlos ist, bummelten dann durch die schmalen Gassen des Ortes und schauten in einige der vielen Läden hinein. Neben den üblichen Souvenirgeschäften mit jeder Menge Nippes gab es auch zahlreiche Handwerks- und Kunstgewerbeläden, in denen für jeden Geschmack etwas zu finden war...

       

Besonders die Herstellung von Keramik hat eine lange Tradition in Moustiers-Sainte-Marie. Wir ließen uns zum Mittag auf der Terrasse eines kleinen Restaurants nieder, die Kinder aßen jeder einen Crepe, Doreen ein Baguette und Andreas probierte ein Panini. Anschließend schlenderten wir noch ein wenig durch den Ort, kauften einige Kleinigkeiten und kehrten dann allmählich zu unserem Wohnmobil zurück.

     

Um kurz nach 14:00 Uhr fuhren wir weiter auf der D592 zum Nordrand der Gorge du Verdon. Wir ließen den Abzweig zum Lac-Sainte-Croix rechter Hand liegen und begnügten uns vorerst mit dem tollen Ausblick vom Belvedere de Galetas auf den türkisblauen See.
Kurze Zeit später passierten wir einen Felsdurchbruch und konnten dann die ersten atemberaubenden Blicke in die Schlucht des Verdon werfen.

     

Die Straße schlängelte sich zunächst an der Abbruchkante entlang, doch nur selten gab es Haltepunkte zum Genießen der Aussicht.

     

Im Folgenden entfernte sie sich allmählich wieder vom Rand der Gorge. Daher bogen wir kurz hinter La-Palud-sur-Verdon auf die Route des Cretes ab, von der sich dicht nacheinander eine ganze Reihe spektakulärer Ausblicke boten.

     

       

Wir beobachteten einige Kletterer, die sich gerade zum Abstieg in die Schlucht anschickten. Später konnten wir auch noch Gänsegeier über dem Abgrund kreisen sehen, welche vor einigen Jahren in der Gegend um Rougon wieder angesiedelt wurden. Die Straße schmiegte sich eng an den Fels, führte durch einige niedrige Tunnel hindurch und brachte Doreen fast wieder zum Verzweifeln.
Doch heute schlug sie sich wacker, wobei die Tatsache, dass das schmalste Stück nur in einer Richtung befahren werden durfte, sicher ein psychologisches Plus darstellte.

     

Nach dem Blick auf den Tunnels de Fayet, den wir am nächsten Tag auf der Fahrt entlang der Südroute passieren würden, führte die Panoramastraße wieder zurück zur D592, der wir nun in Richtung Castellane folgten. Nach einigen endlosen Kehren erreichte die Straße das Niveau des Verdon und wir konnten immer wieder Raftingtouren im Wasser beobachten. Gegen 17:15 Uhr kamen wir auf dem Camping du Verdon an, wo wir einen schönen Stellplatz mit Blick auf die umliegenden Felsen bezogen.

     

Lisa verschwand sofort auf dem Spielplatz und fand dort rasch Anschluss an andere Kinder. Doreen ging mit Vincent ins Schwimmbad und wurde nach einer Weile von Andreas abgelöst. Ab 18:30 Uhr war das Wasser jedoch ausschließlich Erwachsenen vorbehalten und so musste Vincent leider auch den Pool verlassen. Doch wir entdeckten auf dem benachbarten Stellplatz einen deutschen Wohnwagen mit einem Kennzeichen unseres Landkreises, kamen mit den Leuten ins Gespräch und Vincent spielte lange mit dem Sohn der Familie Federball. Gegen 19:30 Uhr setzten wir uns zum Abendessen vor unser Wohnmobil, anschließend spielten die Jungs noch eine Weile Fußball und Lisa tollte noch einmal auf dem Spielplatz herum. Als die Kinder dann endlich im Bett verschwunden waren, setzten sich unsere Platznachbarn noch auf einem Plausch zu uns und wir erzählten bis nach Mitternacht. Anschließend sicherte Andreas noch rasch die Bilder auf dem Netbook, um 0:30 Uhr gingen auch wir ins Bett.


Gefahrene Strecke: 95 km
Übernachtung: Camping du Verdon (33 €)




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