Mit dem Wohnmobil durch die Provence




Prolog:

Frankreich? Ja, dieses Jahr sollte es endlich Frankreich sein! Seit längerem trugen wir uns schon mit dem Gedanken, mal einen Urlaub in unserem westlichen Nachbarland zu verbringen. Aber irgendwie hatten wir nie so den rechten Zugang dazu gefunden. Bisher hatten wir uns stets auf Ziele im englischsprachigen Raum konzentriert. Vor zwei Jahren gaben wir dann Skandinavien den Vorzug, weil wir der Meinung waren, Trolle, Fjorde und Wasserfälle könnten vielleicht interessanter für Kinder sein als Wein, Lavendel und alte Römerbauten. Doch in diesem Jahr siegte nun die Neugier und wir planten eine Reise durch die Provence; wiederum mit dem Wohnmobil, da sich diese Art zu Reisen mit unseren Kindern sehr bewährt hatte.
Nachdem sich beim letzten Mal Andreas ein paar Begriffe in Norwegisch angeeignet hatte, ergriff diesmal Doreen die Initiative in Sachen Sprachschule und begann 1 ½ Jahre im Voraus, ein wenig französisch zu lernen. Ein paar Grundkenntnisse in der Landessprache sind eigentlich nie verkehrt…
Zur Planung diente hauptsächlich der Wohnmobil-Tourguide Provence aus dem Reise-Know-How-Verlag. Mit dem entsprechenden Pendant für Südnorwegen hatten wir 2008 einen guten Griff gemacht und nach einigem Suchen und Vergleichen schien uns dieses Buch die beste Wahl zu sein. Es gab wieder eine Auswahl an Routen, die individuell miteinander verknüpft werden konnten und eine Reihe guter Tipps speziell für Wohnmobilreisende.
Doch bei der Routengestaltung ging es uns dann wie in den Jahren zuvor; so richtig fanden wir nicht den Zugang für die Region, es fehlte irgendwie die Initialzündung… mag es daran gelegen haben, daß es nicht so die Highlights für Kinder gab oder wir keine detaillierten Angaben zum Zeitbedarf bzw. Kilometerangaben für einzelne Tagesetappen und Abstecher finden konnten. Auch im Internet waren Wohnmobil-Reiseberichte für unsere Zielregion Mangelware, so daß die Planung ungewohnt schleppend verlief. Dazu kamen vereinzelte Berichte von aufgebrochenen Wohnmobilen in der Carmargue und an der Côte d'Azur sowie von Überfällen auf Autobahnraststätten, die uns etwas verunsicherten und uns schon fast auf Ferienhaus und PKW umschwenken ließen. Aber letztlich blieben wir aber doch bei der Entscheidung für das Wohnmobil, beschlossen jedoch, den äußersten Süden Frankreichs diesmal auszuklammern. Einige gute Hinweise bekamen wir dann noch im USA-Reise-Forum, wobei wir uns hier vor allem bei Katja, Kate und Heinz bedanken möchten, die mit ihren Antworten auf unsere Fragen eine Menge Tipps beisteuerten und auch einige Bedenken in Punkto Sicherheit zerstreuen konnten. Am Ende stand diesmal nicht so eine detaillierte Planung, wie üblich, aber dennoch eine grobe Route, der wir zunächst folgen wollten und vor Ort je nach Laune und Gegebenheiten zusammenstreichen oder erweitern konnten. Also im Prinzip doch irgendwie so wie immer…


09. Juli 2010: Leipzig –Taucha

Lange hatten wir uns auf diesen Tag gefreut, nun war es endlich soweit. Heute würden wir unser Wohnmobil für den diesjährigen Urlaub übernehmen.
Gestern Nachmittag kam bereits ein Anruf von der Wohnmobilvermietung Ackermann, dass wir bereits gegen 11:00 Uhr unser Gefährt abholen könnten, anstatt erst um 15 Uhr.
Das spielte uns natürlich unheimlich in die Karten; gar zu gut war uns die Aktion des Einräumens für den Norwegenurlaub vor zwei Jahren noch in Erinnerung. Es wollte und wollte einfach kein Ende nehmen und schließlich trugen wir bis ein Uhr nachts Sachen vom Haus ins Wohnmobil, waren aber dennoch auch den halben Vormittag des nächsten Tages noch damit beschäftigt.
Andreas hatte sich seine Arbeit extra so eingeteilt, dass er an diesem Freitag Home Office machen konnte und so für die Wohnmobilübernahme flexibel war. So fuhr er denn gegen 10:30 Uhr los, um unser Urlaubsgefährt abzuholen. Es war ein Campmobil vom gleichen Typ, wie wir ihn schon vor zwei Jahren hatten, dadurch lief die Einweisung deutlich schneller. Aber es offenbarten sich noch einige kleine Mängel, die zwar vor Ort in der Werkstatt sofort behoben werden konnten, letztlich aber doch ein wenig Zeit in Anspruch nahmen. Kurz nach 12:00 Uhr war er aber doch mit dem Fahrzeug zu Hause und parkte es auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

       

Vor zwei Jahren hatten wir das „Schiff“ noch in unsere Einfahrt manövriert, aber inzwischen ist da ein Zaun inklusive Gartentor entstanden und da passt so ein großes Gefährt nicht mehr so ohne weiteres durch.
Als auch Doreen von der Arbeit gekommen und die Kinder aus Hort und Kindergarten abgeholt waren, war es inzwischen Nachmittag und aufgrund der extremen Hitze hielt sich die Motivation zum Beladen erst einmal in Grenzen. Nach und nach begannen wir dann doch damit, aber es wurde wieder 1:30 Uhr und noch immer türmten sich Dinge im Haus, die im Fahrzeug verstaut werden mussten. Also würde sich unsere Abfahrt morgen wohl wieder auf den Nachmittag verschieben…


Gefahrene Strecke: 10 km
Übernachtung: zu Hause




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